Unsere Zweitheimat, die Marken

Meer und Berge - alles in einer Region

Mare e monti - Meer = Adriastrand und Berge = die Sibillinischen Berge charakterisieren die mittelitalienische Region Marken, Le Marche, die vielen gänzlich unbekannt ist. Sie beginnt bei Rimini und endet hinter San Benedetto del Tronto, dem größten Fischereihafen der Adria. Südlich des Flusses Tronto beginnt die Region Abruzzen. Seit 2008 sind die südlichen Marken, Provinz Ascoli Piceno, unsere Zweitheimat, in der wir mehrere Monate im Jahr verbringen.

Olivenöl seit Römischen Zeiten

Die Marken sind ein bäuerliches Land, das kleinteilig von Familien - teilweise seit Generationen - bewirtschaftet wird. Die junge Generation setzt zunehmend auf biologische Landwirtschaft. Die Grundstücke sind meist vier Hektar groß – und fast mmer grün dank vieler, gepflegter Olivenhaine, die sich mit Weinbergen und Obstbäumen abwechseln. Das exzellente Olivenöl, das die fleißigen marchigiani, die Bewohner der Marken, aus ihren vielen Sorten gewinnen, behalten sie mehrheitlich für ihren Eigengebrauch oder es bleibt in der näheren Umgebung. Das war bereits im Alten Rom so, als die Römer ihren Olivenölbedarf vorwiegend aus den Marken deckten. So schrieb schon der römische Gelehrte Plinius d. Ältere (23-79 n. Chr.) begeistert, dass die olive picene wegen ihrer exzellenten Qualität zu den gefragtesten im Römischen Reich gehörten. Zuerst hieß unser Olivenöl übrigens "Olio Piceno". Wir haben es 2021 in Olio KoRa umbenannt, weil unser Online-Shop wichtiger wurde und wir keine Verwirrung stiften wollten. 

Liebenswerte Bewohner

Die Römer machten sich das ehrliche, arbeitsame und eher zurückhaltende Volk der marchigiani übrigens noch anderweitig zunutze: Ihre Rechtschaffenheit war ein Grund dafür, dass die antiken Päpste sie als Steuereintreiber einsetzten. Daher der wenig schmeichelhafte Spruch „meglio un morto dentro casa che un marchigiano alla porta” – lieber ein Toter im Haus als ein marchigiano vor der Tür! Noch heute gelten die marchigiani als Schwaben Italiens – was für deutsche Touristen oder Neu-Bewohner wie uns absolut von Vorteil ist. Und sie sind sehr, sehr hilfsbereit, freundlich und entspannt. Es ist unbedingt von Vorteil, wenn man Italienisch kann, aber auch wenn es nur rudimentäre Kenntnisse sind, wird man hier mit offenen Armen empfangen. 

Gepflegte Strände - sauberes Wasser

Die sind nicht nur ehrlich, sondern auch sehr ordentlich: Hier wird Müll konsequent getrennt, das hügelige wunderschöne Land ist überall bestellt, an Trinkwasserbrunnen kann man sich sein tägliches Wasser abfüllen, Solarpaneele sorgen vermehrt für saubere Energie

Es gibt zwar hier und da vernachlässigte Gebäude, aber kaum gravierende Bausünden. Lediglich ein Hochhaus am Strand von Grottammare ist höher als die Palmen an dieser blitzsauberen Riviera delle Palme, die mit der bandiera blu für hervorragende Wasserqualität ausgezeichnet ist. An Grottammares Standpromenade findet man übrigens wieder Zeugnisse reicher Römer: Jugendstilvillen, die Anfang des 20. Jahrhunderts der Sommerfrische dienten und heute noch mit bemalten Türmchen und verzierten Veranden von einer anderen Zeit erzählen. 

Bodenständige Preise

Die flache Adria lädt besonders Kinder zum ungefährlichen Badevergnügen ein. Der insgesamt 25 Kilometer lange Sandstrand lädt zum Sonnenspaziergang geradezu ein. Im Sommer herrscht hier selbst an ferragosto, rund um den 15. August, an den gepflegten, teilweise auch "freien" Sandstränden ohne Schirme und Service kaum Gedränge. Touristenmassen gibt es hier nicht, daher auch keine touristischen Mondpreise. Ein Sonnenschirm und zwei Liegen kosten die Hälfte von dem, was weiter nördlich gezahlt wird. Ein cappuccino kostet hier 1,20 Euro, der caffè (nein, hier heißt das nicht Espresso) 1,10 Euro. Ein Mittagessen mit Spaghetti Vongole, einem Glas Wein und Wasser ist locker für 15 Euro zu haben. Zum aperitivo gibt es immer Kleinigkeiten, stuzzichini, die nichts extra kosten. Bei der Rechnung fragt man sich oft, wie die Bars und ristoranti so überleben können. Aber klar, hier gibt es keine Wucher-Luxusmieten. Alles ist auf dem Boden geblieben. Dafür darf man hier auch keine goldenen Wasserhähne erwarten. 

Kulinarische Genüsse und Entdeckungen

Dieses "normale" Stück Italiens ist uns sehr ans Herz gewachsen. Wir verbringen immer mehr Zeit hier, haben viele Abenteuer erlebt und wunderbare Menschen kennengelernt. Es ist eine Region zum Entschleunigen, Durchatmen und Genießen, in der es viele kulinarische, ehrlich handwerklich erzeugte Köstlichkeiten zu entdecken gibt. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, einige davon unseren deutschen Freunden, Bekannten und Kunden schmackhaft zu machen - bei unseren Olivenölschul-Abenden oder über diesen Online-Shop. So zum Beispiel die feinen Berglinsen aus Castelluccio, dem vom Erdbeben zerstörten, unbewohnbaren Dörfchen, in das die Bauern nur kommen dürfen, um ihre Linsenfelder zu bestellen. Unbedingt sehenswert: die fioritura, die farbenfreudige Blüte der Stützpflanzen für die Linsen, auf der Hochebene an der Grenze zu Umbrien. 

Versteckte Sehenswürdigkeiten

Ach ja, und es gibt natürlich auch sehr sehenswerte Orte, die einen Dornröschen-Schlaf schlafen wie unsere Provinzhauptstadt Ascoli Piceno mit den wunderbaren Travertin-Plätzen, wie Offida, die Klöppelstadt, oder Ripatransone mit der engsten Gasse Italiens etc. Die meisten Orte, wie auch Fermo oder Carassai thronen auf Hügeln und sind einen Bummel entlang der "Palazzi" wert. 

Eine wichtige Sehenswürdigkeit in den mittleren Marken ist der Pilgerort Loreto mit der Basilika, in der die casa der Schwarzen Madonna untergebracht ist. Oder man fährt in die nördlichen Marken zu den Grotten von Frasassi, in denen es eine Höhle so hoch wie der Mailänder Dom zu bewundern gibt. Bei uns um die Ecke, in Montefiore dell`Aso, gibt es ein Kunstwerk von Carlo Crivelli, der 1468 in den Marken lebte und dessen Werke in den größten Museen der Welt zu finden sind. Aber in diesem kleinen Ort, im Polo Museale San Francesco, ist ein Tryptichon mit seiner einzigartigen Maria Maddalena zu sehen. Und wem das alles zu wenig ist: In 2,5 Stunden ist man über den Appenin mit dem Bus in Rom! 

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